Mein Weg zur Physiotherapie

Ich war schon sehr früh für jeden Ballsport zu begeistern. Aber der Fußball hatte immer oberste Priorität. Ich liebte es zu spielen, aber auch die Spiele der großen Vereine zu verfolgen.

Leider musste ich aufgrund von Knieverletzungen im frühen Kindesalter meine Fußballschuhe an den Nagel hängen. Ich vermisse diesen Sport heute noch, aber wo eine Türe zugeht, geht sprichwörtlich eine andere auf. Diese hat mich zu meinem Beruf geführt. Nach den Operationen war ich für jeweils 1 Jahr in physiotherapeutischer Behandlung. Ich war mir sehr sicher, dass ich diese Tätigkeit später mal ergreifen möchte. Nach dem Abitur ging es nahtlos in eine Ausbildung zur staatlich geprüften Physiotherapeutin über.

Im Laufe meiner ersten Berufsjahre war ich mit der schulmedizinischen Sichtweise oft unzufrieden. Unterbewusst habe ich immer nach etwas gesucht, das den Patienten in den Mittelpunkt stellt und nicht das, was ich spüre oder gelehrt bekommen habe. Aus diesem Grund bin ich heute schwerpunktmäßig FDM-Therapeutin.

Das Fasziendistorsionsmodell nach Steven Typaldos ermöglicht mir genau diese Betrachtungsweise und verschafft mir mit seiner Methodenneutralität die Flexibilität, andere therapeutische Ansätze mit in dieses Denkmuster einbauen zu können. Dies ist einer der Grundbausteine für eine ganzheitliche Betrachtungsweise.

Ein weiterer ist die empirische Erfahrung. Jede Form der Medizin und jeder Ratschlag beruht auf dieser. Vor einiger Zeit musste ich selbst miterleben, wie es ist, langanhaltende, intensive und mürbe machende Beschwerden zu haben. Jegliche mechanische Kräfte von außen waren begrenzt in Ihrer Wirkungsdauer. Nun war ich in der Rolle als aktiver Patient gefordert.

In dieser Zeit habe ich die Engpassdehnungen und Bewegungsformen der Liebscher u. Bracht (LnB) Schmerz- und Bewegungstherapie für mich entdeckt. Ich war mit diesen Übungen nun in der Lage die Flexibilität meines Gewebes zu verbessern. Das tägliche Ausführen dieser Übungen hatte einen wesentlichen Beitrag daran, dass es mir im Laufe der Zeit immer besser ging. Ich befinde mich heute in einem Zustand, in dem ich mich sehr wohlfühle, gerade weil ich mir weiterhin fast jeden Tag die Zeit für meine Übungen nehme.

Diese Engpassdehnungen baue ich in mein therapeutisches Konzept und in das theoretische Gedankenkonstrukt des FDMs mit ein.

Des Weiteren habe ich mir in meiner schmerzintensiven Zeit Hilfe geholt. Hilfe von Menschen, die auch aufgrund ihrer Erfahrungen für sich einen ganzheitlichen Therapieansatz gewählt haben. Auch hier war ich durch eine Ernährungsumstellung wieder als aktiver Patient gefordert. Meine Ärztin sagte mir, als es mir stetig besser ging: „Der gegenseitige Wille ist der Schlüssel zum Erfolg“.  

Der menschliche Körper ist so ein komplexes Konstrukt, dass wir es nur erahnen können, wie er funktioniert. Somit kochen wir Therapeuten und Ärzte, egal nach welchem Konzept wir arbeiten, alle nur mit Wasser. Aber seinen sozialen Beruf mit Hingabe zu machen, seine empirische Erfahrungen einzubauen, den Blickwinkel nicht zu verschließen und sich selbst nicht für so wichtig zu nehmen, hilft einem vielleicht, dem einen oder anderen Patienten einen echten Lösungsweg anbieten zu können.

Ich gebe Ihnen gerne während unserer Therapiezeit den ein oder anderen Tipp mit auf den Weg oder gebe Ihnen Adressen mit von Therapeuten/Ärzten, die ihren Beruf lieben und den menschlichen Körper von verschiedenen Blickwinkeln aus betrachten.

Ein altes Sprichwort besagt:
„Tu deinem Leib des Öfteren etwas Gutes, damit deine Seele Lust hat darin zu wohnen.“  (Teresa Avila)

Carina Stitz – FDM & Physio & Ernährung